Donnerstag, 8. September 2011

Vom verhinderten Anschlag auf die Medienkompetenz

Ein Beispiel für die Zer- und Widerlegung der unreflektierten Mainstream-Medien

Man kann von keiner Redaktion der Welt verlangen, gestandene Chemiker in ihre Reihen aufzunehmen. Ein wenig kritisches Nachhaken angesichts DER heutigen Schlagzeile aber schon:
Chemikalien für Bombe bestellt: Terrorverdächtige in Berlin gefasst
Schlag gegen mutmaßliche Terror-Zelle in Berlin
Berliner Polizei verhindert offenbar Anschlag
Ich halte ja von diesem ganzen Terrorquatsch nichts - wer weiß, dass 9/11 hausgemacht ist, der weiß auch, dass es DEN international kooperienden Terrorismus in dieser Form nicht gibt, nicht geben kann, wohl nie gegeben hat. Jedenfalls pusht man sich jetzt gegenseitig mit der vermeintlichen Terror(erfolgs)meldung und geht überhaupt nicht dem Grund der Verhaftung nach:
Nach Tagesspiegel-Informationen soll der Hauptverdächtige bereits vor mehreren Monaten große Mengen von Kühl-Pads bestellt haben. Das darin enthaltene Gel ist in Verbindung mit einer bestimmten Säure hochexplosiv.
Diese hanebüchene Behauptung widerlegt der gesund recherchierende Menschenverstand und zugegeben auch etwas Erfahrung: die genannten "Kühl-Pads" enthalten nämlich die (verunreinigte) Substanz Ammoniumnitrat, die in erster Linie nicht kühlend wirkt, sondern (ungestreckt) in einfachen Sprengstoffen bspw. als Öl-Gemisch Anwendung findet.

Man müsste also das Ammoniumnitrat (AN) aus dem Gel extrahieren, hätte dann ein paar Grämmchen und tonnenweise Abfälle produziert. Der ganze Aufwand ergäbe nun ein paar wirklungslose (da erst im Kilobereich effektive) Gramm AN, obwohl man sich bekanntermaßen (wie Breivik) aus handelsüblichem Dünger kiloweise AN problemlos und fast umsonst extrahieren kann. Also würde einem "das darin enthaltene Gel" schon mal nichts außer Abfall und hohen Unkosten einbringen. Nun aber soll dieses "Gel" mit einer "bestimmten Säure hochexplosiv" wirken. Auch wieder schwachsinnigster Schwachsinn. Gemeint ist wohl eher, dass jeglicher AN-Sprengstoff (da sekundär) nur durch einen Initialsprengstoff (wenige Gramm ausreichend) zur Detonation gebracht werden kann. Für die Herstellung eines solchen Initialsprengstoffs sind nun meist mehrere, "bestimmte Säuren" erforderlich, die aber auch in verdünnter Form für die unterschiedlichsten anderweitigen Zwecke wie Reinigung, Aquaristik etc. gebraucht und legal bestellt werden können. Ein Blick in Youtube zeigt, dass jede Kinderclique solch einen AN-basierten Sprengstoff herstellen kann und es der Gaudi wegen auch tut. Wo ist hier das aufgemachte Fass?

Das Ganze macht also chemisch betrachtet einfach keinen Sinn! Ebenso keinen wie die sog. Sauerland-Gruppe, die damals angeblich fässerweise Acetonperoxid herstellen und zünden wollte - ein so instabiler Sprengstoff, das ein Zusammenliegen höherer Mengen zur Selbstdetonation führt. Man wäre also noch beim "Bombenbau" selbst eigenverschuldet ums Leben gekommen. Das sind alles nachprüfbare Fakten, die uns die Chemie liefert. Was liefert uns der Mainstream? Gleich einem Schaf wiederkäut es alles ihm Vorgelegte. Insgesamt wirkt es also wie immer: Anerzogende Denkmuster (hier die terroristischen Muslime) müssen erhalten und verstärkt werden, in dem ihnen Geheimdienste manipulierte Beweise oder gar Anschläge unterschieben. Diese Form des Staatsterrorismus existiert tatsächlich und ist bspw. in Italien während der 70er Jahre in mehreren vom Geheimdienst ausgeführten Anschlägen mit fast 200 Toten zum Ausdruck gekommen - Operation "Gladio". Und heute wird sich wenig gebessert haben!

UPDATE
@ oxe:
Genau das wäre noch die Alternative gewesen - Konjunktiv, weil sich jetzt sowohl im TV als auch bei verschiedenen Medien die Ammoniumnitratthese durchgesetzt hat (was ja noch nichts endgültig heißen mag). Am verfassungsfeindlichsten ader Sacheaber: was rechtfertigt monatelange Observierung durch dutzende MEKs und die letztliche Festnahme? Ohne Beweise werden ganze Kulturzentren durchkämmt, stets im Wahn des drohenden Islamismus vor dem halberblindeten Auge. Mal wäre "der Tipp" von einem ausländischen Geheimdienst, mal vom Kühlpadlieferanten höchstpersönlich gekommen.

In der Sache unbestritten fest steht nur, dass kein noch so dummer Mensch Ammoniumnitrat aus Kühlpads gewinnen würde, sondern Kalkammonsalpeter aus dem Baumarkt als Grundlage nähme, um damit "eine Bombe zu bauen". Außerdem bräuchte man nur wenige Gram Primärsprengstoff (in der unoffiziellen Szene fast ausnahmslos HMTD), und nicht literweise Säuren, wie berichtet wird. Am Ball bleiben, schauen wie lange weshalb U-Haft und/ oder ob überhaupt Anklage.

UPDATE 9.9.
Nicht einmal jetzt macht die Unwissenheit Halt: unter der fast schon als Satire einzuordnenden Schlagzeile "Kühlelemente + Schwefelsäure = Terrorgefahr" schreibt "welt":
Bei einer Firma in Berlin und in Baden-Württemberg waren große Mengen von Kühlelementen beziehungsweise Schwefelsäure bestellt worden. In ersteren befindet sich Aluminiumchlorid, welches in Verbindung mit der Säure zum Bau einer Bombe taugt.
Wenn man nicht mal den richtigen Namen der "Terrorsubstanz" recherchieren kann... "Morgenpost" schreibt dagegen schon erhellender:
Das Gel solcher Kühlakkus, die etwa bei Muskelkrämpfen eingesetzt werden können, enthält Ammoniumnitrat. Diese Substanz ist in Verbindungen mit bestimmten Stoffen explosiv.
UND JETZT KOMMTS:
Die Kühlakkus, wohl mehrere hundert, wurden bislang nicht gefunden.
 
WTF?! Der wirklich einzige Indiz - die außergewöhnliche Privatbestellung hunderter Kühlpads - löst sich absofort in Luft auf. So, als hätte die Bestellung nur auf dem Papier existiert! Die Betroffenen übrigens machen von ihrem Recht der Aussageverweigerung Gebrauch.

Kommentare:

  1. Da muss du wohl noch etwas tiefer googlen. In Gelpacks ist Xylitol drin, das ist ein Zuckeralkohol ähnlich dem Glycerol. Wenn man den mit Nitriersäure behandelt bekommt man Xylitolpentanitrat das sehr wohl explosiv ist!
    Chemisch macht das also sehr wohl Sinn!

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  2. @Oxepin

    Du hast aber krude Ansichten. Xylitol ist eine natürliche Substanz, die in faserreichem Gemüse und Obst sowie in Maiskolben und einigen Laubbaumarten vorkommt. Gelpacks enthalten lediglich NH4NO3 und kein Xylitol.

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