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Donnerstag, 29. September 2011

der dicke Buddha (Buddhismus Teil 5)

In unserem fünften Teil der Wissensreihe Buddhismus geht es um die fälschliche Darstellung Buddhas selbst in seiner Heimatregion:
(S-Bahn-Text)

Die Darstellung Buddhas als gut genährten Mann mit fülligem Bauch läuft jedweder buddhistischen Konzeption zuwider, ja es erinnert teilweise an die von Buddha selbst genannten Hungergeister, die mit dürrem Hals doch dickem Wanz ein leidiges Dasein in einer nichterstrebenswerten Dimension fristen. Ein dicker Bauch steht symbolhaft für das Unvermögen der weltlichen Zurückhaltung, für ein hohes Begehren der sinnlichen Anhaftung. In keinem Fall fiel solch ein Aussehen Buddha anheim, viel mehr muss er durch die nur aufs notwendige beschränkte Ernährung hager gewirkt haben. Unfassbar, dass der „dicke Look“ Buddhas selbst in seiner Heimat des südostasiatischen Raumes weit verbreitet ist :(

PS: das Ganze kann natürlich auch auf seine tlw. überlangen Ohren und ähnlichem Quark übertragen werden

PPS: Es gibt heute in jedem Baumarkt buddh. Deko-Accessoir - eine Schande (wenn die Beziehung dazu unbekannt.)

UPDATE
Tatsächlich ist es so, dass der "dicke Buddha" eigentlich der japanische Glücksmönch Hortei ist.

Donnerstag, 25. August 2011

Beantwortung von Kants Grundfragen der Philosophie (Buddhismus Teil 3)

Im dritten Teil der "Wissensreihe Buddhismus" soll die philosophische Erhabenheit der Weisheit Buddhas ("Dem Erwachten") am Beispiel einer pointierten Beantwortung von Kants Grundfragen der Philosophie aufgezeigt werden. Der große europäische Philosoph fragte:

1. Was kann ich wissen?
2. Was ist der Mensch?
3. Was soll ich tun?
4. Was darf ich hoffen?

Beantworten wir diese vier Fragen auf Basis buddhistischer Argumentation:

1. Was kann ich wissen?
Alles. Jedes Individuum trägt die (theoretische) Fähigkeit zur Erleuchtung (erhabene Allwissenheit) in sich.

2. Was ist der Mensch?
Die einzige Daseinsform mit Fähigkeit zur Erleuchtung, dem Begreifen vom Sinn des Lebens und damit höher gestellt als alle 'Götter'.

3. Was soll ich tun?
Gutes! Und stetes Streben nach dem Erlöschen der Ursachen des Leidens.

4. Was darf ich hoffen?
In jedem Fall auf "Unsterblichkeit" des Ichs in Form von steter Reinkarnation bis zur Erlöschung (Nirvana) und stetem Konfrontiertwerden mit der Konsequenz "guter" oder "schlechter" Taten (Karma).

Freitag, 19. August 2011

Buddhismus Teil 2 - das Karma

"Karma, ihr Mönche, so nenne ich die Absicht." sagte Buddha und gibt damit eine grundsätzliche Interpretation von Karma vor. Es ist also der eigene Wille, die (egoistische) Motivation als universale Ursache jeder Wirkung– alles was Du denkst und tust kommt lehrend aber reflektiert wi(e)der. Dadurch trägt jeder selbst die absolute Verantwortung auf Basis des absolut freien Willens für alles was ihm widerfährt. Demnach ist ein Lottogewinn nicht das glückliche Ergebnis mathematischer Wahrscheinlichkeit, sondern die Ernte einer einst selbstgesäten Saat. Dieser Logik nach gäbe es auch keinen „Zufall“, „Glück“ oder „Pech“ sondern nur selbstbedingte/-gewählte Erfahrungen im Daseinskreislauf (Samsara). Dieses Gedankensystem bedingt einerseits den universalkosmischen Charakter dieses Ursache-Wirkungs-Prinzips „Karma“ und bringt andererseits eine unglaubliche Komplexität mit sich: wann wessen Karma wo wie wirkt ist einfach nicht nachvollziehbar – der 6er im Lotto  könnte „aus dem vorletzten Leben“ oder im hiesigen „angestaut“ worden sein. Im engeren Sinne gibt es auch kein "gutes" oder "schlechtes" Karma - jegliche Polarität ist abzulehnen und nur Bestandteil des Erfahrungsprozess hin zur Erwachung, Bewertungen wie "gut" oder "böse" sind nur geistige Produkte der steten Anhaftung am Sinnlichen, am Sein. Letztlich ist das Ziel, kein Karma, somit keine Wiedergeburt und kein Leid mehr hervorzurufen.

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Soldatenkarma z.B. muss nicht unbedingt so übel sein wie man erwartet - er möchte ja 1. nur sich selbst schützen (ohne böse Absicht gegen einen 3., er fühlt sich durch den Krieg aber massiv bedroht) und 2. denkt er, damit vielleicht sogar das "Heimatland" oder die Familie zu beschützen. Der Absicht der Tötung des Soldaten entspricht also nicht zwingend ein niederer Beweggrund. Nicht auszuschließen ist natürlich, was ihn mittel- bis langfristig das Gefecht werden lässt.

Weitere theoretische Ausführungen zum Karmakonzept folgen bei Wunsch.

Teilweise Quelle ist dieses Buddhismus Referat gewesen

Dienstag, 16. August 2011

Buddhismus Teil 1 - die vier edlen Wahrheiten

Gäbe es eine Religion, der Wahr-, Weis- und Erhabenheit immanent sind, so wäre es der Buddhismus. Ist er aber nicht, da der Buddhismus keine konventionelle Religion im eigentlichen Sinne darstellt. Gäbe es eine Weltanschauung, der Wahr-, Weis- und Erhabenheit immanent sind, so ist es aber der Buddhismus. Laut Buddhismus wird "man" - beeinflusst durch seine guten und schlechten Taten (Karma) - solange wiedergeboren (Reinkarnation), bis "man" zur "Erleuchtung" gelangt und diesen Leidenskreislauf durchbricht, aufhebt (Nirvana). Buddha ist kein Gott und wird auch nicht als solcher verehrt - viel mehr ist er ein "normaler Mensch" wie wir alle und zeigt auf, dass jeder die Fähigkeit zur Erwachung in sich tragen kann.
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Interessant für zwischendurch: ein Referat über den Buddhismus

Nach der Weltentsagung und mehreren gescheiterten Extremversuchen findet der 35 Jahre alte Königssohn Siddhartha Gautama unter einer Pappelfeige während tiefer Meditation die Erleuchtung "bodhi" und erreicht Nirvana "Erlöschung". Der Erwachte ("Buddha") zieht nun durch Süd-Wes-Asien und lehrt das Dharma - die buddhistische Lehre. Seine erste Predigt nach der Erleuchtung/ "dem Begriffenhaben" hielt er vor seinen ehemaligen Wanderasket-Weggefährten. Es gäbe vier edle Wahrheiten:

1. edle Wahrheit
Das Leben ist dukkha (Leid) - der Mensch ist ständig auf der Suche nach dauerhaftem Glück, wird dieses aber nie erreichen. Der Erwachte sagt hierzu:
 „Das (unerleuchtete) Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Aneignungen (skandha, khandhah) sind Leiden.“
2. edle Wahrheit
Die Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung (im Sinne von Nichtwissen über die Natur des Leidens). Der Erwachte sagt hierzu:
„Die Ursachen des Leidens sind Begehren, Abneigung (negatives Begehren) und Unwissenheit (über die Natur des Leidens): Das Verlangen/Durst (pali: tanhā), - begleitet von Leidenschaft bzw. Wonne, genossen eben hier und eben da - nämlich das Verlangen nach Sinneslust, das Verlangen nach Werden, das Verlangen nach Nicht-Werden.“
3. edle Wahrheit
Erlischt die Ursache, erlischt das Leid (= Nirvana). Der Erwachte sagt hierzu:
„Durch das Erlöschen (nirodha) der Ursachen erlischt das Leiden: Das restlose Vergehen bzw. Enden, Abkehren, Abtreten, Aufgeben und Loslassen genau dieses Verlangens (tanha).“
4. edle Wahrheit
Der zur Aufhebung des Leidens führende Pfad setzt sich aus 8 Tugenden zusammen. Der Erwachte sagt hierzu:
„Erlöschen des Begehrens (und damit des Leidens) ist möglich. Zu diesem Erwachen führt der 'Edle Achtfache Pfad': Rechte Sicht, rechte Entschlossenheit, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt/-erwerb, rechtes Bemühen, rechte Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, rechte Konzentration.“
(bei Fortsetzung der "Wissensreihe Buddhismus" auf gut klicken ;)

Sonntag, 10. Juli 2011

Samstag, 19. März 2011

Zwischen Buddha und Marx - eine dialektische Schlüsselsynthese

Im Kapitalismus ist die Absicht tätig zu sein der Geldgier bzw. Kapitalakkumulation geschuldet. Also finden wir weitestgehend niederste Beweggründe für produktives Schaffen vor. Beweggrund, Intention und Absicht sind Synonyme für Karma. Karma heißt, dass jede Wirkung eine Ursache hat.

Gleich wie da ein Stein nicht ohne Wellen auszulösen im Wasser aufschlägt, so wenig wird ein von Gier und Hass gelenkter Mensch Glückseligkeit erfahren.

Da die "Bewohner des Kapitalismus" täglich diesem Giertrieb ergeben, ja regelrecht nur dadurch im und am Leben sind, widerfährt ihnen vielfach mehr Leid als wäre ihr Schaffen (wie von Marx gedacht)
auf die tatsächliche Bedürfnisbefriedigung der Menschen ausgerichtet und nicht auf Anhäufung von Reichtum. Dafür spricht, dass wir im Vergleich zu unseren Vorvätern in einem wahren Paradies an materiellem Reichtum leben. So ziemlich alles was es zum "anfassen und Konsum" gibt, ist vorhanden. Dennoch herrscht in unseren Gemütern alles andere als ein geistiges Paradies; wir sind mit Zorn, Misstrauen, Zweifeln, Ängsten, Sorgen und zahlreichen Problemen konfrontiert, eine geistig-intellektuelle Entfaltung kann so allgemein nicht stattfinden, somit auch keine Entwicklung und wesentlicher Fortschritt.

Gleich wie da ein altes Mühlwerk ohne Wartung verstaubt und ineffizient arbeitet, so erliegt der raffend-Schaffende der Stagnation...